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Showbiz-News – 67 Jahre Geschichten aus der Welt des Entertainments
Seit 1959 berichtet Harry Fox über das, was die Showbranche bewegt – aktuell, nah dran und mit einem Gespür für die besonderen Momente. Was als kleine Initiative begann, entwickelte sich über Jahrzehnte zu einem festen Bestandteil der deutschen Entertainment‑Szene.
Der Anfang liegt im Jahr 1959: Im legendären *Blue Monday Club*, der seine Abende im Coca-Cola-Haus in München veranstaltete, trafen sich Künstler, Fans und Persönlichkeiten des Showbusiness. Zu den Gästen gehörten unter anderem Peter Kraus, Rock’n’Roll‑Weltmeister Kalle Gafkus, Karin Baal und Barbara Valentin.
Schnell entstanden Kontakte zu weiteren Münchner Clubs, aus denen schließlich die „Club-Union“ hervorging – ein Zusammenschluss, der die Szene prägte und neue Impulse setzte.
Mit Veranstaltungen wie der Wahl zur **„Miss Teenager“** oder der **Bayerischen Rock’n’Roll‑Meisterschaft** wuchs der Bedarf an regelmäßiger Berichterstattung. So entstand das Vereinsmagazin **„Hallo Teenager“** – zunächst mit einer Auflage von 300 Exemplaren pro Monat zum Preis von 1 DM.
Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten: Eine eigene Offset-Druckmaschine wurde angeschafft, die Auflage stieg auf 1.000 Stück monatlich, und mit Starfotograf Erwin Schneider gewann das Magazin einen prägenden visuellen Stil. Im Laufe der Jahre wechselten die Namen, doch der Anspruch blieb derselbe: authentische, lebendige und unmittelbare Showbiz‑Berichterstattung.
Heute, 67 Jahre später, steht Showbiz-News für eine einzigartige Chronik der deutschen Unterhaltungslandschaft – gewachsen aus Leidenschaft, getragen von Erfahrung und bis heute geprägt von der Energie seines Gründers Harry Fox.
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Auch Harry Fox selbst griff häufig zur Kamera – unter anderem für die BRAVO. Zu seinen besonderen Momenten zählt ein Fototermin mit Ivo Robic im damaligen Jugoslawien.
Seine journalistische Ausbildung erhielt er bei der Abendzeitung (AZ) sowie an der Deutschen Journalistenschule in München. Die AZ widmete ihm sogar eine Titelseite: Harry Fox – damals erst 16 Jahre alt – als Deutschlands jüngster Schallplattenproduzent.
In jener Zeit gab es in Deutschland für Künstler und Musiker kaum mediale Plattformen. Die BRAVO berichtete überwiegend über Film‑ und TV‑Stars; die Musikbranche fand nur am Rande statt – meist dann, wenn Elvis Presley oder andere internationale Größen einen neuen Film veröffentlichten.
Während eines Aufenthalts in Holland lernte Harry Fox den Verleger Gus Jansen kennen, Herausgeber der „Musik‑Parade“. Schnell wurde beiden klar: Ein solches Magazin fehlte in Deutschland.
Harry Fox stellte daraufhin ein Redaktionsteam auf die Beine. Zu den ersten Mitarbeitern gehörten Charly Mazzag – Radiomacher und später Manager der Kastelruther Spatzen –, Starfotograf Erwin Schneider sowie Harry Fox selbst als leitender Journalist.
Die „Musik‑Parade“ entwickelte sich rasant und wurde – aufgrund ihres Erfolgs – schließlich für eine beachtliche Summe an die BRAVO verkauft. Mit diesem Kapitel endete auch die Zeit von Harry Fox’ Dienstfahrzeug, einem Cadillac, der ihn durch viele Reportagen begleitet hatte.
Ein weiteres Projekt entstand mit Cally’s Hypno Land, dem damals ersten und einzigen Show‑Hypnotiseur mit zwei Guinness‑Weltrekorden, die er gemeinsam mit Harry Fox realisierte. Aus dieser Zusammenarbeit entstand die „Disco‑Post“. Auch hier war Harry Fox wieder mit an Bord – diesmal nicht als Verleger, sondern als engagierter Mitarbeiter.
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1972 erschien erstmals die HITPARADE als großformatiges Plakat – in einer Auflage von 10.000 Exemplaren, verschickt an Discotheken im ganzen Land. Es war die Zeit, in der viele Landwirte ein paar Äcker verkauften, um eine eigene Discothek zu bauen. Ein mutiger Schritt, der sich damals oft als wahre Goldgrube erwies.
Harry Fox überzeugte in dieser Phase mit einem außergewöhnlichen Werbeversprechen: Sollte ein anderer Künstler bei einem Gastspiel mehr Besucher oder höheren Umsatz erzielen als seine eigene Show, würde der Gastwirt die komplette Gage zurückerhalten. Doch dieser Fall trat nie ein.
Mit dem Showbiz-FAX-Polling, einem aktuellen Fax‑Informationsdienst für die Unterhaltungsbranche, setzte Harry Fox früh auf schnelle Nachrichtenübermittlung. Der Dienst wurde anfangs intensiv genutzt, verschwand jedoch mit dem Niedergang der Faxgeräte wieder aus dem Alltag.
Dann begann die Ära des Internets.
Der Vorläufer BTX zählte rund 20.000 Teilnehmer, als Harry Fox dort einstieg. Damals erreichten elektronische Nachrichten die Geschäftsführer großer deutscher Unternehmen noch persönlich – eine direkte Kommunikationsform, die heute kaum vorstellbar ist.
Postminister Christian Schwarz-Schilling erkannte das Potenzial der neuen Medien und lud Harry Fox zur internationalen Medienmesse nach Cannes ein – zu Vorträgen, Gesprächen und einem Austausch über die Zukunft digitaler Kommunikation. Als besondere Anerkennung erhielt Harry Fox eine exklusive Sonderausgabe des Spiels „Monopoly“, in der bedeutende Unternehmen wie die Deutsche Post und Siemens vertreten waren – und auch „Stars & Shows“ von Harry Fox. Eine außergewöhnliche Ehre.
BTX erreichte monatlich rund zehn Millionen Leser. Über KD – Künstlerdata wurden Termin‑ und Besetzungsdaten an Veranstalter und Gastspieldirektionen in Deutschland, Österreich und der Schweiz verschickt.
Mit dem Aufkommen des Internets wurde BTX abgelöst. Aus „Stars und Shows“ entstand der Showbiz-Newsticker – ein umfangreiches Informationsportal mit über 100 Hitparaden, Kleinanzeigen, Neuerscheinungen, Veranstaltungsterminen, einem Künstlerkatalog und mehr als 13.000 Künstler-Einträgen.
Und schließlich hielt die Künstliche Intelligenz Einzug – ein Werkzeug, das vieles neu, schneller und besser machte und die Entwicklung des Showbiz-Newstickers in eine neue Ära führte.